Saturday, June 6, 2009

Sachen gibt's...

Also, man stelle sich das mal vor: Meine Cousine Sabine, mein Cousin Matze und ich schlendern gemütlich durch Freiburg’s Gassen. Um die Ruhe des Tages genießen zu können, verhalten wir uns unauffällig, unsere sonst so zahlreichen Groupies scheinen uns glücklicherweise nicht zu erkennen. Bis auf einen: Plötzlich sticht aus der Menge der Menschen ein Mann geradewegs auf uns zu und spricht uns direkt an. Wir versuchen gekonnt, ihn zu ignorieren, wenden uns ab, ändern mehrfach unsere Fortbewegungsrichtung… doch er lässt nicht locker, immer wieder packt er uns am Arm, zerrt uns an sich heran, dreht unseren Kopf in seine Richtung, labert ununterbrochen auf uns ein…
Nach ermüdenden Stunden des Katz-und-Maus-Spiels geben wir uns schließlich geschlagen und willigen ein, mit ihm ein kurzes Foto zu machen. Autogramme gibt’s später. Der Bursche fängt an, in Hochmut zu schwelgen, von wegen, er wolle uns verpflichten und er sende uns morgen die entsprechenden Vertragsunterlagen zu, wir bräuchten dann nur noch zu unterschreiben etc. pp. Ich meine, okay, das kommt öfters vor, deshalb taten wir ihn mit einem coolen Lächeln und fortweisenden Handbewegungen schließlich ab. Doch seither frage ich mich: Wer genau ist dieser Kerl? Was wollte er von uns? Von was für einem Vertrag könnte da die Rede gewesen sein? Kann mir da jemand weiterhelfen?

Wednesday, April 22, 2009

Studium 2.0

Hola miteinander!

Zeit, endlich mal ein Update über all die Aktivitäten und Aktionen hier in Freiburg durchzuführen. Upload wird gestartet.

Studium. Der Grund, warum ich hier bin. Offiziell.
Das zweite Semester hat begonnen. Schon vor einer ganzen Weile. Halbjahreszeugnis fiel um einiges besser aus, als ich es mir je erwartet hätte. Well... passiert. Aber interessiert sowieso niemanden. Für das Zeugnis kann man sich nichts kaufen.
Für das Geld, was wir monatlich an die Angell bezahlen, kann diese sich aber einiges kaufen. Zum Beispiel eine Gebäudeerweiterung. Das angrenzende DKV-Gebäude wurde für 6 Millionen Euronen abgecheckt - und jetzt wird alles anders. Durch einen erheblichen Wasserschaden, der bereits über eine halbe Million Euro verschlang, musste das angrenzende Gymnasium zu sehr weiten Teilen renoviert werden, die Gymnasiasten wurden kurzerhand ausgelagert, Grundschulunterricht fand teilweise in Containern statt. Ha. So stellt man sich das Privatschülerleben nicht unbedingt vor...
Der Wasserschaden ist behoben. Und wenn man schon mal am Renovieren ist, kann man das auch richtig machen. Der gesamte Akademie-Komplex soll nun eine komplett neue Außenfassade erhalten sowie um ein Stockwerk erhöht werden, um mit dem zugekaufen DKV-Gebäude mithalten zu können. Ferner soll eine Mensa für Studenten entstehen. Toll. Eigentlich.
Das Problem an der Sache ist lediglich: Wir lernen auf einer Baustelle. Fahrräder haben so gut wie keinen Stellplatz mehr, Baulärm übertönt manch eine Dozentenstimme, und die Hoffnung, dass wir von all diesen Neuerungen noch großartig nutznießen werden können, ist verschwindend gering. Aber bezahlen dürfen wir sie dennoch...

Abgesehen von diesem, zugegebenermaßen ziemlich erheblichem, Schönheitsfehler rockt die Hochschule. Seit Sonntag sind die zweiwöchigen Osterferien vorbei und der Sommer ist ausgebrochen. Die Genossen sind frisch erholt und rennen in bunten Fummeln über den Campus - ich freue mich, sie alle wieder zu haben. Ist halt doch ein lustiger Haufen, diese Privatschüler. Solange Kondome genauso häufig gebraucht werden wie Spülmittel und es nach wie vor bisweilen so derart im Zimmer raucht, dass man die eigene Hand vor Augen kaum noch sehen kann, haben wir alle Spaß. Also... ich glaube zumindest alle... :-)

Die letzte Rechnungswesenklausur ist geschrieben, VWL ist ebenfalls abgehakt, am Freitag folgt Tourismusbetriebslehre... nach und nach dünnt sich der Stundenplan jener Fächer, auf die aktiv gelernt werden muss, aus. Ist auch gut so - in 3 Wochen beginnen die großen Prüfungen!
Kein Grund zum Panik machen. Lernen ist ja bekanntermaßen Wettbewerbsverzerrung und wird total überbewertet - und mit dem Zeugnis eines Wirtschaftsassistenten werde ich später höchstwahrscheinlich sowieso nur selten punkten können...


Privat. Läuft.
Seit nunmehr über einem Monat wohne ich nahezu mitten in der Stadt. Trotz der unglaublichen Zentralität (1 min zum Martinstor, 1 min zur Angell Akademie) liegt im Hinterhof ein wunderbar ruhiges Gärtchen, was dermaßen zum chillen und relaxen einlädt, dass mein Paps mir schon eine Gartengarnitur inkl. Liegestuhl vorbeibringen musste. Einfach herrlich.
Der Himmel ist blau, die Dreisam lädt zum Faulenzen ein und das Leben ist schön. Der Fußball rollt nach wie vor, nennenswerte nächtliche Exkursionen jedoch werden weniger. Man wird älter. Dafür entdecken wir den Seepark für uns, und eine Einladung der Damenvolleyballmannschaft zum Beachen liegt auch schon vor. Da hat sich das Anfeuern ja wohl gelohnt.


Und sonst so. Wunschlos glücklich.
In den Osterferien eine Runde Familienurlaub in Frankreich, den Kev abholen, mit anschließender Städtetour durch Paris. Herrlich. Einfach herrlich.

Ein paar Dinge stehen noch an, wie die Steuererklärung oder die Ummeldung. Irgendwann halt. Internet steht inzwischen, Telefon läutet, der Kühlschrank ist voll.

Ich habe eine Mitbewohnerin bekommen, Satoko, eine 29-jährige Japanerin. Sehr sympathisch. Ich finde sie cool. Werden lustige Wochen werden, nehme ich an.


Nach den Prüfungen schaffe ich es hoffentlich, mal wieder ein wenig öfters zu posten. Nicht, dass ihr noch glaubt, hier würde sonst nichts passieren. Aber jetzt seid ihr vorerst mal wieder ein wenig auf dem aktuellen Stand der Dinge.

Mit besten Grüßen aus Badens Hauptstadt, der Chris

Monday, March 16, 2009

A walk to remember

Bertoldsbrunnen. Freiburg City. Linie 2 Richtung Hornusstraße. Die fuhr damals auch schon. Bei der ersten Station wieder aussteigen, Endhaltestelle. Auf Grund von Umbauarbeiten rüber in den Bus. Das ist normalerweise nicht so.

2 Stationen später. Haltestelle Hauptstraße. Ende der Reise. Für mich jedenfalls. Autos stauen sich, Bagger lärmen, rot-weiße Absperrungen bringen etwas Farbe in die sonst eher triste Straßenlandschaft. Wenigstens ist ein sonniger Tag, inkl. strahlend blauen Himmels.

Mir gegenüber. Ein Haus. Nummer 68. Habsburgerstraße. Ein Haus, in dem ich als kleiner Junge einst wohnte. Doch das ist schon ein paar Jahre her.
Direkt nebenan, ein E-Aktiv-Markt. Ich glaube, früher war das ein Spar. Hier gab's immer leckeres Eis an heißen Sommertagen, welches wir im Innenhof schmatzend schlotzten. Ich glaube, damals musste es immer so ein Vielfruchteis sein, eines, wo drei Kugeln auf einen Stiel gespießt waren, jede Kugel eine andere Farbe, eine andere Form, und auch noch eine andere Geschmacksrichtung. Fabelhaft. Und das musste dann leicht anschmelzen und die Finger hinunterlaufen, die Hände verkleben und im ganzen Gesicht verschmiert werden. Erst dann war es die perfekte Kinderfreude. So perfekt, dass sich ein junger Mann auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle ca. 15 Jahre später noch mit Freuden daran erinnert. Geprägt durch eine glückliche Kindheit. Aus tiefstem Herzen seinen Eltern hierfür dankbar.

Schräg gegenüber ist ein Café. Und drüber leuchtet ein großes, rotes „A“. Ich erinnere mich noch an jene Apotheke, welche mich einst mit den damals heißgeliebten Traubenzuckerchen versorgte. Sie ist noch da. Aber ich wohne nicht mehr in der Habsburgerstraße. Und wenn mich das Verlangen nach Traubenzucker überkommt, so kann ich sie mir inzwischen kaufen. Z.B. im E-Aktiv-Markt. Dank meiner Arbeitsstelle. Da sollte ich auch mal langsam hin...

Rein in die Münchhofstraße. Auf halber Strecke zur Schreibgalerie entdecke ich eine Tischtennisplatte, die Wache für einen versteckten Park steht. Intuitiv biege ich von meiner geplanten Route ab und betrete den Park. Langsam spüre ich Tränen in mir aufsteigen: Vor mir liegt ein ungefähr ovalförmiger Käfig, eingezäunt von meterhohen Metallstangen. Ebenso aus Metall die beiden kleinen Tore. Der Boden ist Dreck, Staub, ein wenig Kies - ein typischer Hinterhofbolzplatz eben.
Hier war es, wo ich einst, bereits nach Einbruch der Dunkelheit, mit meinem lieben Vater Volker auf dem Heimweg vorbeikam und einige Jungs beim Kicken erwischte. Es dauerte einen minimalen Moment der Entscheidungsfindung, bis wir beide munter mitmischten - Paps im Tor und ich mitten im Getümmel…

Momente bleiben ja bekanntermaßen besonders lebhaft im Gedächtnis, wenn sie in stark emotional-geprägten Situationen entstandenen sind. Und, Daddy, dass ich an jenem Abend bereits nach Einsetzen der Dämmerung der Einzige war, der den Ball unter deinem Fuß hindurch ins Tor drücken durfte, das werde ich dir nie vergessen.

Ob es wohl Absicht war? Oder Zufall? Oder war ich einfach zu gut? Letztes wage ich stark zu bezweifeln. Und Zweiteres wäre langweilig. Die Vergangenheit lässt sich oftmals am Einfachsten interpretieren, da die Wahrheit nur selten zu beweisen ist. Und so bilde ich mir ein, du hast mich zu jener späten Abendstunde an jenem memorablen Abend einfach aus purer Vaterliebe das Tor des Tages schießen lassen. Papa, ich werde es dir nie vergessen. Der Beginn einer langen Fußballerkarriere.

Ich stehe also vor diesem Bolzplatz. Drei Jungs kicken. „Jungs“ ist untertrieben, ich schätze sie ungefähr auf mein Alter. Ich könnte sie fragen, ob ich mitspielen darf. Aber ich drehe mich um und gehe.

Die Zeiten sind vorbei, in denen ich sorglos kicken gehen konnte, wann immer ich wollte. Damals – als ich noch regelmäßig um das leckere Wassereis mit den drei verschiedenen Geschmacksstoffen gebettelt habe. Wo Traubenzucker noch Lockmittel für verschiedenste Schandtaten waren.
Die Zeiten sind vorbei. Was bleibt, ist der Moment. Der Moment, der mich erst im Nachhinein darüber bewusst werden lässt, wie sehr mich mein Vater geliebt hat. Und meine Mum mich natürlich ebenfalls.

Und das Tollste an der Geschichte ist: Sie tun es immer noch!

Mum? Dad? Ich liebe euch auch.

Tuesday, January 13, 2009

Where is the sense of life?

Knowing people is probably the best thing that can happen to you in your short existence on Earth. Knowing people will help you to get a job, to find a flat, to make decisions. Knowing many people a little better will give you some very important things in life - joy, strength or the feeling of being needed, to just name three of them. Knowing few people better will give you the most important gift in life: Friends. Sometimes friends ARE your life. Sort of...

Currently, there are approximately 6.75 billion people living on this cozy, little planet called the Earth. I am one of them.

If I took a look at my address book, I'd maybe find 100 names. If I took a closer look, I'd maybe find 200. If I counted every single person, who I ever took a photo of (well, as you might know, I'm addicted to taking photos...), I don't think I could find more than 5.000 different faces. And this would only be, if I included all those pictures of random people at random places taken over the last 21 1/4 years. Double this figure, to take all those into account that I haven't taken a photo of. Using this (to be honest, pretty randomly guessed) figure, I draw the conclusion that I could have had the theoretical chance to meet approximately 1,5 e-4 % of the Earth's population. I haven't even recognized 1/100 of them. Probably far less.

Well. And what am I doing? Instead of heading out, to tell this negligibly tiny fraction of persons, that I know at least a negligibly tiny little bit better, that I love every single one of them, I'm sitting in my cozy, little room, drinking Coke and am learning for "Rechnungswesen". What the heck is that???

Sorry for being a little philosophical. All in all, I can't complain, university rocks, and so does my life. It's just that somedays... I don't see too much sense in it...


P.S.: By the way - YES, I really DO love you! Otherwise I would have forgotten about you long, long time ago, to save some memory on my internal hard drive for all those persons who really matter to me. So, be assured - you're part of that negligibly tiny little fraction still existing in my head! ;-)

Friday, December 12, 2008

Was kostet die Welt? Und wann können Sie liefern?

Es ist vollbracht. Zum jetzigen Zeitpunkt beherrsche ich alle Länder dieser Erde inkl. Hauptsädte (außer den afrikanischen) plus deren Lage. Ein tolles Gefühl, v. A., weil das gestern Abend eben noch gar nicht der Fall war... :-)

Nun drückt mir alle kräftig die Daumen, dass ich dieses Wissen bis 12.00 Uhr noch nicht wieder vergessen habe.

Es dankt, der Chris

Sunday, December 7, 2008

Eine Banane zum Abendessen

Sonntagabend. Mal wieder sitze ich noch zu eher später Stunde an meinem Schreibtisch, der langsam unter Bergen von Kruschd verschwindet, darunter Drucker, Laptop, Scanner, Ordner, diverseste Papiere, Würstchen, eine Bananenschale, CDs, eine Müslischüssel, eine Wasserflasche, Brausetabletten, Einkaufszettel usw usf.

Die Woche war ein absoluter Knüller, wieder mal. Soeben wurde sie beendet durch drei Telefonate mit Berlin, Freiburg & Radolfzell, Gesamtdauer ca. 90 Minuten. 83 Minuten verbucht Radolfzell. :-)

Weihnachtsplanung läuft also, Silvester wurde ein wenig hinten an angestellt, dafür ist die Wohnungssuche für nächstes Jahr aktueller geworden. Und draußen scheint ein übergroßer Halbmond.

Schulisch gesehen waren die letzten 7 Tage der absolute Bringer. Am Dienstag begann es bei der Rückgabe der VWL-Klausur, als Frau Hark unerwartet einen gewissen Herrn Kaiser zum erfolgreichsten Absolventen jener Arbeit ausrief. Note: 1,25.
Tags drauf erhielten wir Deutsch zurück. Ein Kurzprotokoll hatte es zu verfassen gegolten. Deutsch, eigentlich nie mehr als ein Mitläuferfach für mich, scheint mir nach 18 Monaten im Ausland plötzlich um einiges besser zu liegen. Note: 1,5. Fazit: Klassenbester.
Joar. Und dann war da noch dieser unerwartet schwere Englisch-Vokabeltest, der ohne viel Vorbereitung geschrieben worden war. Schnitt um die 4. Australien lässt auch hier grüßen. Note: 1,5. Nein, es war niemand besser.

Ich gebe zu, ich bin ein klein wenig stolz auf mich. Vielleicht auch ein bisschen mehr.

Natürlich kann man nicht eine ganze Woche zum absoluten Brecher erklären, wenn gerade mal 3 Noten für sich sprechen sollen. Doch die des Abends erweitert gewordene Fotosammlung spricht wahrlich Bände. Das Leben ist schön. Und schlafen kann man noch, wenn … na ja … wenn … egal. Später halt. ;-)

Nachträglich euch allen einen schönen Nikolaustag und weitere herrliche 20 Minuten des 2. Advents!

Freiburg grüßt!

Monday, December 1, 2008

Warum bin ich so glücklich?

Es ist ein Tag wie jeder Andere. Fast. Hibbelig wippe ich auf meinem ledernen Chefsessel hin und her, während ich diese Zeilen verfasse. Ob es daran liegt, dass ich auf Grund zu langen Sportverbotes zu viel Energie in mir stecken habe? Oder einfach daran, dass es genau an Tagen wie heute liegt, dass ich sehr gut nachvollziehen kann, wenn mich meine Mitmenschen als Schoßkind des Glückes bezeichnen?

Der gestrige Tag hat sich in deutlich sichtbaren Schatten verewigt. Nein, es sind nicht (nur) die Augenränder, welche ich mir bei der nächtlichen Zelebration des Geburtstages meiner geliebten Mitbewohnerin hart erarbeitet habe. Vielmehr spreche ich von all diesen Schatten, die sich auf meine Oberschenkel legen, wenn das Schreibtischlicht von oben orthogonal auf meinen einstmals so gepflegten Waschbrettbauch fällt und wegen der Lichtundurchlässigkeit von Haut und Fettgewebe leider deutlich erkennen lässt, dass das Brett unproportional vom inneren Zentrum hinfort mit zunehmender Geschwindigkeit wegbrettert, sich folglich ausbrettet … äähhh … -breitet. Was genau das mit gestern zu tun hat?

Nun – diverser Feierlichkeiten wegen fanden sich gestern Mittag zehn hungrige Mägen bei einer gewissen Familie Falk in Baden-Baden am Esszimmertisch ein, um eine ultimative Premiere zu feiern: Die neue Küche der Gastgeber hatte tatsächlich eine 5,5 Kilogramm fette Gans inkl. diverser Beilagen wie selbst gesammelter Kastanien, Knödel & Rotkraut hervorgezaubert!!! Knallhart wurde das gerupfte Federvieh bis auf den letzten Knochen wegschnabuliert, bevor die Frau des Hauses, meine Patentante Monika Falk, noch mit einem köstlichen Eis die bereits im siebten Himmel schwebenden Geschmacksknospen zu verwöhnen müssen meinte. Der Schmaus gelang exzellent, etwaige Ängste bezüglich der Zubereitungspremiere erwiesen sich als absolut überflüssig. Die Kücheneinweihung gelang überragend und rief nichts als übersatte, hochzufriedene Gemüter hervor!


Die Heimfahrt ward zum Verdauungsnickerchen genutzt, um bei der Heimkehr sofort wieder in Aktion treten zu können. Mit Hilfe dreier Freunde meiner Mitbewohnerin wurde die WG in Windeseile in eine kunterbunte Partylocation verwandelt, was nur wenige Minuten später bei der Rückkehr von Anne, meiner Mitbewohnerin, zu heftigen Begeisterungsausbrüchen führte. Die Würdigung ihres 22. Geburtstages stand auf dem Plan – und damit ungefähr 22 Gäste auf der Matte. Jeder brachte etwas mit, Gebäck, Kuchen, Muffins, Knabberzeugs oder Flüssigkeiten unterschiedlichster Beschaffenheit, welche den Abend zu einem gelungenen Beisammensein werden ließen.


Ja. Und weil ich nun fett und übermüdet bin bin ich so fröhlich? Kann fast gar nicht sein, oder? Ist aber bestimmt auch mit ein Grund. :-)

Die Uni rief um zehn, schloss ihre Pforten bereits wieder um halb zwei und entließ mich in einen leicht verregneten Nachmittag.

Daheim die Emails ließen mich sowohl den Regen als auch meinen drittletzten Krankengymnastiktermin vergessen. Die erste Nachricht stammte von einem gewissen Herrn Kästner, seines Zeichens Praktikumsberater der Angell Akademie. Er ließ mich wissen, dass das gewissenhafte Verfolgen von Animateurspflichten ohne Frage als Praktikum gewertet werden könne, und die somit für mich verbleibende Pflichtpraktikumszeit auf exakt einen Monat reduziert werden würde. *ha* *owned* Pornös! Aus vier mach eins. 1-2-Fly macht’s möglich. Und Mars macht mobil.


Die zweite Nachricht betraf ebenfalls das Praktikum und lautete ungefähr so: Sehr geehrter Herr Kaiser, selbstverständlich können Sie mit uns ihren Praktikumswunsch in Costa Rica verwirklichen. Ebenso denkbar wären Venezuela, Ecuador, Chile…  Hammer. Einfach Hammer.

Ich war daraufhin ein wenig aufgekratzt und übermotiviert, rannte mit minimaler Verspätung von 27 Minuten in die ReHa (ReHa-Termine dauern exakt eine halbe Stunde), wünschte meiner netten, aber in diesem Moment leicht perplexen Physiotherapeutin einen schönen ersten Advent und zog wieder von dannen. Auf dem Rückweg fand ich eine Paketstation, in der ein dicker Karton auf mich wartete, prall gefüllt mit Lebkuchen der allerfeinsten Sorte! Mein außerordentlicher Dank hierfür geht an Oncele de la Carlo und jene nette Dame, welche ihn in allen Lebenslagen berätht, die Briggie!

Aber wenn ein Tag halt mal geil ist, dann bleibt er’s auch. Ein ansehnlich langes Telefonat mit meiner Frau Mama eröffnete mir ungeahnte Zukunftsperspektiven, eine mögliche Behausung in Freiburg nach meinem Auszug aus der Todtnauerstraße, einen bislang unüberdachten Kontakt für Praktikumschancen sowie die Aussicht auf einen unvergesslichen Familientrip in die Weiten des nordamerikanischen Kontinentes. Unglaublich. Wie viele gute Nachrichten kann ein Mensch eigentlich am Tag verkraften?
Jetzt warte ich nur grade noch drauf, dass die staatliche Lotterie mich irrtümlicherweise zu ihrem Hauptgewinner für die nächsten dreizehn Ziehungen erklärt, dass Angela Merkel sich zu einer unerwarteten Steuersenkung von 23% entscheidet und dass das daraus von 82 Millionen Menschen eingesparte Geld durch Spende an wohltätige Einrichtungen der Welt zu einem ansehnlicheren Gesamtbild verhilft. Bis es so weit ist, gehe ich noch kurz zum Michael und stoße mit ihm auf einen vortrefflichen Tag an. Zumindest war er das aus meiner Sicht. Wäre äußerst erfreulich, wenn auch nur ein Bruchteil der stetig steigenden Bevölkerung dieser Erde auch nur einen Bruchteil jener unfassbaren Masse an stetig steigenden Glücksgefühlen in meinem Körper besitzen würde. Endorphine für die Welt. Denn wer glücklich ist, hat nicht umsonst gelebt.

Eine besinnliche Adventszeit all jenen auf meinem Blog umherschweifenden Geistern!

Ach, und: Man betrachte den kursiv dargestellten Satz als Antwort auf die Überschrift.