Von wegen recht bald bloggen. Seit einigen Tagen ist Schnee für mich kein ungewohnter Anblick mehr, die Strände und die Hitze Spaniens sind in weite Ferne gerückt. Der Winter schlug zu und erwischte Deutschland mal wieder volle Breitseite, zahlreiche ICEs und einige andere Züge der deutschen Bahn versagten. Aber die Preise wurden dennoch ein weiteres Mal erhöht. Das Leben ist einfach kein Ponyhof - aber geritten wird trotzdem, wie eine liebe Freundin so gerne zu sagen pflegt. Joar. Mal schauen, über welche Ritts es in den letzten Monaten zu berichten gibt.
¡Viva Espana!
Spanien war ein Knüller. Zwar strandete ich auf Grund einer unvermeidbaren Liquiditätsknappheit viel früher als geplant wieder in heimischen Gefilden, doch manchmal liegt eben in der Kürze die Würze. Von Alicante aus folgte ich immer brav der Küste entlang bis Cadiz, von dort ins Landesinnere, über Sevilla und Granada nach Madrid.
Anfangs der perfekte Strandurlaub, begann ich recht bald mit der Arbeitssuche - leider erfolglos. Spanien wurde von der Wirtschaftskrise ziemlich hart erwischt, sodass selbst die Spanier zu ca. 18% ohne Tätigkeit dastehen - da hat es ein eher gebrochen spanisch sprechender Backpacker natürlich gleich ein wenig schwerer...
So chillte ich viel unter iberischer Sonne, lernte zahlreiche neue Gestalten kennen, war am Kicken, shoppen, kochen, sightseen (die Alhambra für umme ist ja soooo geil!!) und herumgondeln. Eine Fährentransfer nach Tangier, Marokko brachte mich auf den 4. Kontinent innerhalb von lediglich 2 Monaten!!! Man stelle sich das vor! Nur Australien fehlt leider dieses Jahr... *schnüff*
Meine Spanischkenntnisse wurden bis auf die letzte Vokabel gefordert und meiner Meinung nach beträchtlich erweitert - leider vergisst man nach seiner Rückkehr neu erlernte Worte genauso flott wieder wie das Hirn sie aufnahm. Heißt: Ich muss zwingend zurück. Für länger. Und die Planung dafür läuft. :)
Freiburg. Slightly different procedure as last year.
Die Uni begann. Zuvor werkelte ich noch in der Hügli-Fabrik, um das in Spanien verprasste Geld wieder reinzuarbeiten - und dann rief Freiburg mich zurück.
Fast wollte ich nicht gehen: Jürgen war anlässlich des Geburtstages seiner Mum an den See zurück gekehrt, Niggl studiert jetzt in Konstanz, Uli feierte dort seine Einweihungsfete... die Böhringer Bande ist also doch nicht mehr in alle Himmelsrichtungen verstreut. Zumindest bisweilen.
Rose gesellte sich zu uns, ein langes Wochenende musste hart gechillt werden. Karten, Mohrenköpfe und neue Nachbarn sorgten für eine Menge Freude, der Umzug lief dank tatkräftiger Hilfe von Vater und Schwester ziemlich problemlos ab. Die Pizza habt ihr euch verdient, meine Lieben! :)
Die Uni kam, Rose ging. Eine neue Klasseneinteilung sorgte vorübergehend für ein wenig Unmut, auch die neuen Dozenten stießen nicht sofort auf hellauf begeisterte Mienen. Aber nun, aller Anfang ist schwer. Sind ja nicht auf dem Ponyhof hier, ne?
Mit der Uni kamen auch zahlreiche Welcome-Back-Feten, Einweihungspartys, nachzuholende sowie aktuelle Geburtstagsfeste und natürlich spontan angesetzte Streifzüge durch Freiburg's Innenstadt. Langweilig wurde uns nicht. Schließlich hatte jeder so viel erlebt in den vergangenen vier Monaten und so viel zu berichten… Da stand plötzlich auch schon wieder Weihnachten vor der Tür!
Christmas Carols and New Year's News
Weihnachten ward im trauten Familienkreise in Ebersteinburg gefeiert, mit Kicker, einer Wii, Munchkin, Heimlich & Co, Billiard & Bowling, einer GPS-geleiteten Weihnachtsmannsuche und vielen, vielen ausgedehnten Mahlzeiten und Gesprächen, sowohl live als auch via Skype nach Kalifornien.
Hernach packten Jürgen und ich einen Citroen voll feiner Sachen und rauschten ab in den Norden. Unterwegs wurde Rose eingepackt, und so endeten wir drei auf Rügen, wo wir herzlich von 6 lustigen Zeitgenossen in Empfang genommen wurden.
Die Eltern einer Studienkollegin von Jürgen besitzen dort ein Apartment, welches uns feierfreudigen Jungspunden freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Die Zahl der Anwesenden nahm tagtäglich ab, Jens verließ und zuerst, gefolgt von Michi & Dunja, sodass zum Aufräumen am 2.1. nur noch Arne, Corinna, Mirko und wir drei Citroeninsassen übrig blieben. Doch das tat dem Spaß in keinster Weise Abbruch. ;)
Silvester am Strand, mal wieder, nach 2007, viel Feuerwerk aus dem Osten, viele lustige Runden Activity, Picturemania oder Mankomania ließen die Tage wie im Fluge dahinschwinden... und so kam es, dass Jürgen uns am 2. Neujahrstag in Stralsund absetzte, Rose und ich bedienten uns fortan der öffentlichen Verkehrsmittel, um nach Berlin zu gelangen. Dort wurden vier weitere Nächte zum Tage erklärt, und die aus dieser Umformung resultierenden Nächte dennoch durchgefeiert - so viel Zeit hatten wir schließlich nicht, als dass wir es uns hätten leisten können, sie nicht allerintensivst zu nutzen. Und mit Schlittenfahren, essen gehen, hardcore-chillen, baden, Massagen, shopping, kickern und Eis essen waren wir tatsächlich auch gut ausgelastet.
Home, sweet home
Tja, und heute brachte mich der ICE dann dank Lidl-Ticket wieder an den Bodensee zurück. Ein Pfannkuchenessen und eine Familienfilmsession später sitze ich am PC und lasse die vergangenen Momente Revue passieren. Ich muss schon sagen: Geil, was 100 Tage einem alles bieten können. Vielleicht ist das Leben ja doch ein Ponyhof...
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